Sequenziergerät und Proben im Genomiklabor

Projekt

Vom Leib zur „Karte des Ich kann“

Ausgehend von Desiderata der aktuellen Medienbildungsforschung wird das Konzept des Leibes nach Maurice Merleau-Ponty behandelt. Die Untersuchung ist motiviert vom interdisziplinären Anliegen einer umfassenden Bildungsforschung, in der die grundsätzlichen Herausforderungen der AI-Literacy angenommen werden. Im Mittelp…

Ausgehend von Desiderata der aktuellen Medienbildungsforschung wird das Konzept des Leibes nach Maurice Merleau-Ponty behandelt. Die Untersuchung ist motiviert vom interdisziplinären Anliegen einer umfassenden Bildungsforschung, in der die grundsätzlichen Herausforderungen der AI-Literacy angenommen werden. Im Mittelpunkt steht eine theoretische Untersuchung zur Wissensdiversität, die über das Aufzählen technikorientierter Kompetenzen hinaus reicht. Zu den Desiderata aktueller Wissensforschung zählt etwa die Paradoxie aus Normierung und Pluralisierung. Sie drückt sich z.B. in Helmuth Plessners Formel „Leib sein, Körper haben“ aus. Im Gegensatz zu den Anforderungen transparenter bzw. erklärbarer KI kann ein menschlicher Leib nicht in gleichem Maße durchsichtig sein – wird er doch bei wissenschaftlicher oder nichtwissenschaftlicher Erkenntnisarbeit bereits vorausgesetzt. Maurice Merleau-Ponty hat eigenständige Überlegungen hierzu vorgelegt. In vorliegendem Aufsatz zeige ich, wie diese zu einer produktiven, breiten Konzeptualisierung des Medien- sowie Mündigkeitsbegriffs führen können. An der Schnittstelle aus Philosophie, Informatik und Medienpädagogik soll ein Beitrag zum (Re)Framing der AI-Literacy geleistet werden. Stellvertretend wird hierfür Merleau-Pontys Metapher der „Karte des Ich kann“ herausgehoben.