Projekt
Pastiche-Kultur
Der Text untersucht die Funktionsweise von verschiedenen Large Language Models und den daraus abgeleiteten multimodalen Generatoren. Dabei wird erstens herausgestellt, dass eine grundlegende Schwierigkeit der Modelle darin besteht, lediglich statistisch Sätze oder Satzfragmente syntaktisch fortzusetzen, und zwar so, d…
Der Text untersucht die Funktionsweise von verschiedenen Large Language Models und den daraus abgeleiteten multimodalen Generatoren. Dabei wird erstens herausgestellt, dass eine grundlegende Schwierigkeit der Modelle darin besteht, lediglich statistisch Sätze oder Satzfragmente syntaktisch fortzusetzen, und zwar so, dass nicht unbedingt das wahrscheinlichste Wort in Frage kommt, sondern ebenfalls zufällige Wahlen eingesetzt werden. Die Fortsetzung folgt damit zweitens nicht semantischen Regeln, sodass zwischen Wahrheit und Lüge, Fakt und Fake oder Wissen und Unsinn keine eindeutige Trennungslinie gezogen werden kann, sodass sich die Modelle überall gegenüber Falschinformationen oder Mystifikationen und Täuschungen indifferent verhalten. Ausreichend ist drittens der Schein plausibler Kommunikationsverläufe, sodass die synthetischen Dialoge nicht eigentlich einen Antwortcharakter besitzen, wie er für echte Dialoge zwischen Sprecher:innen charakteristisch ist. Daraus folgt viertens, dass die linguistische Statistik der Generatoren nichts wirklich zu einer Theorie der Sprache beitragen kann. Sie funktionieren allenfalls pragmatisch, und zwar so lange, bis sie aufgrund massiver Fehler oder nichtmenschlicher Abschweifung auffällig werden und sich selbst destruieren. Ihre Gefahr besteht darum nicht darin, dass sie die menschliche Intelligenz ersetzen und verdrängen können, sondern darin, dass wir ihren Schein akzeptieren und uns bereitwillig täuschen lassen.