Menschen diskutieren gemeinsam an einem Tisch

Projekt

Hello, World! Museen in der Kultur der Digitalität

Nur wenige Wandlungsprozesse der Menschheitsgeschichte waren so einschneidend, dass wir sie als global oder revolutionär beschreiben: der Übergang von der nomadischen, von Jagen und Sammeln geprägten Lebensweise hin zum sesshaften, bäuerlichen Leben vor rund 10.000 Jahren und der Wandel von der bäuerlichen hin zur ind…

Nur wenige Wandlungsprozesse der Menschheitsgeschichte waren so einschneidend, dass wir sie als global oder revolutionär beschreiben: der Übergang von der nomadischen, von Jagen und Sammeln geprägten Lebensweise hin zum sesshaften, bäuerlichen Leben vor rund 10.000 Jahren und der Wandel von der bäuerlichen hin zur industriellen Wirtschaftsweise im 18. und 19.Jahrhundert.Weder die eine noch die andere Transformation vollzog sich innerhalb kürzester Zeit.Vielmehr dauerte dieser Prozess Jahrhunderte (Neolithische Revolution) beziehungsweise Jahrzehnte (Industrielle Revolution).Ebenso revolutionär scheint nun der Wandel zu sein, der Felix Stalder ( 2017) zufolge in einer »Kultur der Digitalität« mündet.Das Ergebnis dieses Transformationsprozesses ist eine gesellschaftliche Form, die eine »enorme Vervielfältigung der kulturellen Möglichkeiten« aufgrund von »Referentialität«, »Gemeinschaftlichkeit« und »Algorithmizität« aufweist (ebd.: 9-13).Bereits in den 1960er-Jahren zur Ausprägung gekommen (ebd.: 10), radikalisierte sich der Wandlungsprozess mit der Etablierung digitaler Mittel zunehmend und prägt heute den Alltag quer durch alle Gesellschaftsschichten. Jedoch vollzieht sich der Prozess weder gleichmäßig noch systematisch.Insbesondere reglementierte und institutionalisierte Strukturen hängen der sich längst etablierten digitalen Praxis hinterher.Ausgehend von diesem Befund schrieb die Kulturstiftung des Bundes 2019 das Förderprogramm »Fonds Digital« mit folgenden Leitfragen aus: Wie soll »eine digitale Gesellschaft in Zukunft aussehen […] und welche Rolle [sollen] Kulturinstitutionen bei ihrer Gestaltung spielen«? 1 Kulturinstitutionen waren als Verbund aufgerufen, sich unter folgenden Förderbedingungen zu bewerben: gemeinwohlorientierte Nachnutzung der digitalen Anwendungen (Open-Access, Open-Content, Open-Source) und kooperative Arbeitsweisen.Diese Hinwendung zur gemeinschaftlichen Formation (Commons) ist bereits Ausdruck der Kultur der Digitalität (vgl.ebd.: 276ff.).Die rasante Veränderung digitaler Technologie kann am deutlichsten an der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) nachgezeichnet werden.Maschinelle Lernverfahren etablieren sich