Projekt
In-vitro-Farbveränderungen adhäsiv befestigter Keramikveneers unter künstlicher Langzeitalterung
Ästhetische Frontzahnrehabilitationen spielen eine immer größere Rolle, da ein harmonisches Lächeln nicht nur als Schönheitsmerkmal gilt, sondern auch das soziale Wohlbefinden beein-flussen kann. Keramikveneers ermöglichen eine minimalinvasive, langlebige Korrektur der Frontzähne, sind jedoch aufgrund ihrer hohen Tran…
Ästhetische Frontzahnrehabilitationen spielen eine immer größere Rolle, da ein harmonisches Lächeln nicht nur als Schönheitsmerkmal gilt, sondern auch das soziale Wohlbefinden beein-flussen kann. Keramikveneers ermöglichen eine minimalinvasive, langlebige Korrektur der Frontzähne, sind jedoch aufgrund ihrer hohen Transluzenz und geringen Materialschichtstärke anfällig für Farbveränderungen. Die Wahl des Befestigungskomposits beeinflusst das endgül-tige Farbergebnis maßgeblich. Vor diesem Hintergrund analysierte die vorliegende Untersu-chung, wie sich künstliche Alterung in verschiedenen Lagerungsmedien auf die Farbstabilität von Befestigungskompositen auswirkt. Dazu wurden 270 Keramikveneers aus Lithiumdisilikatkeramik (0,4 mm) angefertigt und mittels sechs verschiedener Befestigungskomposite mit Kunststoffstümpfen in drei Farben verklebt. Die künstliche Alterung erfolgte durch 48-tägige Lagerung der Prüfkörper in destilliertem Was¬ser (Kontrollgruppe), schwarzem Tee und Rotwein. Aufgetretene Farbveränderungen wurden zu vier Zeitpunkten mittels digitaler Fotografie erfasst und in der eLAB-Software (Emulation S. Hein) ausgewertet. Anschließend erfolgte die Berechnung der Farbabstände mithilfe der CIEDE2000-Farbabstandsformel (Commission Internationale de l’Éclairage Delta E 2000). Zu¬dem wurde geprüft, ob die Stumpffarbe, die Breite des Randspalts oder die Position der Mes¬sung (zentral oder randseitig) das Farbergebnis beeinflussen. Die ermittelten Daten wur¬den in einer Datenbank (Access 2016) erfasst und mit IBM SPSS Statistics 28.0 statistisch ausge¬wertet. Die Analyse erfolgte mithilfe des Kolmogorov-Smirnow-Tests, der Varianzana¬lyse (ANOVA) sowie des Kruskal-Wallis-Tests. Die Ergebnisse dieser Untersuchung belegten, dass das verwendete Befestigungskomposit (p < 0,001), die Stumpffarbe (p < 0,001) und die Mess¬position (p < 0,001) einen signifikanten Einfluss auf die Farbstabilität von Befesti¬gungskom¬positen hatten. Unter den untersuchten Materialien erwies sich G-CEM Veneer A2 (GC Corporation) als am farbstabilsten, allerdings überschritten alle Befestigungskomposite die klinische Akzeptanzschwelle (E00 > 1,8) nach 48-tägiger Alterung in Rotwein deutlich (MΔE₀₀ = 7,785 ± 0,594). Eine helle Stumpffarbe (A1) stellte einen Risikofaktor für signifikant höhere Farbabweichungen dar. Die Farbabweichungen traten randständig (mesial/distal) signifikant stärker auf als zentral. Für die untersuchten Spalt-breiten (50 µm und 80 µm) konnte kein signifikanter Einfluss auf die Farbstabilität nachge-wiesen werden (p = 0,116). Es kann resümiert werden, dass das Befestigungskomposit einen signifikanten Einfluss auf den langfristigen ästhetischen Erfolg von Veneers hat. Die strategische Planung der Präparationsgrenze empfiehlt sich. Bei sehr hellen und gebleachten Zahnstümpfen sollten eine kritische Indikationsstellung und die Aufklärung des Patienten erfolgen.