Analystinnen und Analysten in einem Lagezentrum für IT-Sicherheit

Projekt

Für eine multitemporale Bestimmung von Cybersicherheit: Spannungsverhältnisse digitaler Gesellschaften

Zusammenfassung In diesem Beitrag adressieren wir vernachlässigte Aspekte der Digitalisierung. Cybersicherheit erweist sich als interdisziplinäres Feld, das zu seiner Untersuchung Multiperspektivität einfordert, und welches insbesondere durch die Produktion und Bearbeitung multipler Zeitlichkeiten gekennzeichnet ist.…

Zusammenfassung In diesem Beitrag adressieren wir vernachlässigte Aspekte der Digitalisierung. Cybersicherheit erweist sich als interdisziplinäres Feld, das zu seiner Untersuchung Multiperspektivität einfordert, und welches insbesondere durch die Produktion und Bearbeitung multipler Zeitlichkeiten gekennzeichnet ist. Zeitlichkeit, so unser Argument, erlaubt es, wesentliche Spannungsverhältnisse soziotechnischer Ordnung überhaupt erst zu erfassen und dabei über technikzentrierte Ereignislogiken hinauszugehen. Kernthese dieses Aufsatzes ist, dass sich Cybersicherheit in konkreten organisationalen Kontexten sowie in einem übergreifenden globalen Cybersicherheitsregime als Kooperation unter den Bedingungen zeitlicher Spannungsverhältnisse erweist. Jeweils bearbeitete und hervorgebrachte Grenzobjekte wie z. B. materielle Taktiken, IT-Sicherheitsstandards und Resilienzkonzepte vermitteln dabei Wissen; Akteure und Materialität bringen allerdings nicht nur interpretative Flexibilität zum Ausdruck. Eine infrastrukturelle Tiefenschicht, die durch multiple technische Zeitlichkeiten gekennzeichnet ist, verbirgt sich hinter der Arbeit an und mit Grenzobjekten der Cybersecurity. Anhand von drei empirischen Forschungsprojekten (mundane Praxis, Standardisierung und Resilienz) präsentiert der Beitrag temporale Logiken digitalisierter Gesellschaften und mit diesen korrelierende Spannungsverhältnisse: a) Ereigniszeitlichkeit, b) infrastrukturelle Zeitlichkeit sowie c) reflexive Zeitlichkeit.

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