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Projekt

Wissenschaftstracking und Lock-in-Effekt

Internationale Konzerne dominieren auch in der Open-Access-Transformation das wissenschaftliche Publizieren und haben ihren Wirkungsradius in weitere Bereiche des Forschungszyklus ausgedehnt. Nun bieten sie verstärkt auch Anwendungen für die Wissenschaftsevaluation, auf Forschungseinrichtungen spezialisierte Anwendung…

Internationale Konzerne dominieren auch in der Open-Access-Transformation das wissenschaftliche Publizieren und haben ihren Wirkungsradius in weitere Bereiche des Forschungszyklus ausgedehnt. Nun bieten sie verstärkt auch Anwendungen für die Wissenschaftsevaluation, auf Forschungseinrichtungen spezialisierte Anwendungen im Wissenschaftsmanagement und verschiedene AI-gestützte Datenanalyse-Dienste an. In diesem Bereich hat sich vor allem Elsevier hervorgetan, dessen Anwendungen wie Scopus, Mendeley, Pure und SciVal sowie verschiedene DatenanalyseAngebote mit der Plattform ScienceDirect ein ganzes Ökosystem bilden. Anlässlich des DEALVertragabschlusses zwischen mehr als 500 Wissenschaftseinrichtungen mit Elsevier 2023 und der Diskussion des Wissenschaftstracking untersucht die vorliegende Arbeit die Frage der weiteren Zusammenarbeit mit Elsevier, stellvertretend für die anderen „big five“ im Oligopol des wissenschaftlichen Publizierens. Ich argumentiere, dass die Nutzung von Elseviers Anwendungen für Wissenschaftsinstitutionen die Gefahr eines institutionellen Lock-In bedeutet, der als systematische Steigerung der Abhängigkeiten im Publizieren betrachtet werden sollte. Das Geschäftsmodell von Elsevier und RELX benötigt eine asymmetrische Wissensverteilung, u. a. durch Tracking der gesamten digitale Tätigkeit von Wissenschaftler:innen und Studierenden und Erstellung von umfassenden Profilen, und ist mit wissenschaftlicher Autonomie und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung unvereinbar.