Baustelle mit Kran und Holzbau

Projekt

Vorwort

Die Didaktik des Deutschen als Fremdsprache hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem primär sprachzentrierten Fach zu einem zunehmend interdisziplinär ausgerichteten Forschungsund Praxisfeld entwickelt.Angesichts zunehmender Globalisierung, neuer Entwicklung digitaler Bildungsräume und Betonung individueller Schü…

Die Didaktik des Deutschen als Fremdsprache hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem primär sprachzentrierten Fach zu einem zunehmend interdisziplinär ausgerichteten Forschungsund Praxisfeld entwickelt.Angesichts zunehmender Globalisierung, neuer Entwicklung digitaler Bildungsräume und Betonung individueller Schülerbedürfnisse ist die reine Vermittlung sprachlicher Strukturen nicht mehr ausreichend.Vielmehr erfordert ein zeitgemäßer DaF-Unterricht die Integration von Erkenntnissen aus benachbarten Disziplinen wie Linguistik, Bildungswissenschaft, Kulturwissenschaft, Psychologie, Soziologie und Medienpädagogik.Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht eine differenzierte Betrachtung von Lernprozessen, fördert die Entwicklung innovativer didaktischer Konzepte und trägt zur Professionalisierung der Lehrkräfteausbildung bei.Der vorliegende Sammelband Interdisziplinarität in der Didaktik Deutsch als Fremdsprache versammelt Beiträge, die sich der systematischen Erschließung und Reflexion interdisziplinärer Perspektiven widmen.Sie leisten damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Lehr-und Lernprozesse im DaF-Unterricht und laden dazu ein, die Grenzen traditioneller Fachdisziplinen zu überschreiten.Den Auftakt bildet ein Beitrag, der die historische Entwicklung des Faches Deutsch als Fremdsprache nachzeichnet.Er identifiziert fünf zentrale didaktische Orientierungen und diskutiert abschließend aktuelle Perspektiven für den Einsatz von KI in der Fremdsprachendidaktik.Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit einem dramapädagogischen Ansatz.Es wird beschrieben, wie durch Rollenspiele, Standbilder und kreatives Schreiben sich die Teilnehmenden ganzheitlich mit historischen Themen und sozialen Beziehungen auseinandersetzen und dabei an eigene Erfahrungen anknüpfen können.Ein weiterer dramapädagogischer Zugang steht im Fokus des dritten Beitrags.Im Zentrum der Studie stehen sowohl thematische Aspekte des Romans Krabat, die für Jugendliche von besonderem Interesse sind, als auch dessen Einbettung in den autobiografischen Kontext Otfried Preußlers.Grundlage der Untersuchung bilden vier Teilworkshops, die im Rahmen der Sommerschule der Karls-Universität und der Universität zu Köln durchgeführt wurden.Im vierten Beitrag wird das projektbasierte Lernen analysiert -mit besonderem Augenmerk auf die Motivation und die Herausforderungen von Lehrkräften.Es werden ebenfalls die Faktoren analysiert, die die Entscheidungsprozesse der Lernenden dabei beeinflussen.Der fünfte Beitrag setzt sich mit dem aktuellen Stand der Überarbeitung der Rahmenbildungspläne in der Tschechischen Republik auseinander.Die Autor:innen plädieren auf Grundlage empirischer Daten für die Beibehaltung der dritten Fremdsprache (L3) als verpflichtendes Fach und unterstreichen deren bildungspolitische Relevanz.Mit dem didaktischen Potenzial lyrischer Texte im Fremdsprachenunterricht setzt sich der sechste Beitrag auseinander.Anhand von Texten von Reiner Kunze und Jan Skácel wird ein innovativer Zugang vorgestellt, der die traditionelle Analyse und kreative Bearbeitung lyrischer Texte mit einem erweiterten, konzeptbasierten Verständnis von Lyrik verknüpft.Dieser Ansatz eröffnet neue Perspektiven für die Förderung ästhetischer und interkultureller Bildung im Sprachunterricht an der Universität.Im siebten Beitrag werden ausgewählte DaF-Lehrwerke für tschechische Schulen qualitativ analysiert.Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Lehrbüchern, die das Erreichen grammatikalischer und lexikalischer Sicherheit sowohl fördern als auch behindern können.Die Schlussfolgerung leitet konkrete Empfehlungen für eine benutzerfreundliche Lehrwerkkonzeption ab.

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