Sportlerinnen und Sportler beim Training mit Messsensoren

Projekt

Sports-Analytics-Systeme im Profifußball: Eine sekundärdatenbasierte Untersuchung der Auswirkungen von Systemen auf die Athleten

Zusammenfassung Der Einsatz moderner Digitaltechnologien im Profifußball wie z. B. Wearables wie GPS-Tracker und Pulsuhren sowie Videokameras in Kombination mit KI-gestützten Software-Tools zur Datenanalyse (sogenannte Sports-Analytics-Systeme) kann zur Steigerung der Spielerleistung beitragen und bietet weitere Vorte…

Zusammenfassung Der Einsatz moderner Digitaltechnologien im Profifußball wie z. B. Wearables wie GPS-Tracker und Pulsuhren sowie Videokameras in Kombination mit KI-gestützten Software-Tools zur Datenanalyse (sogenannte Sports-Analytics-Systeme) kann zur Steigerung der Spielerleistung beitragen und bietet weitere Vorteile für Trainer, Vereine und andere Interessensgruppen wie Medien, z. B. bessere Datengrundlage für Entscheidungen, Steigerung der Profitabilität und gesteigerte Transparenz. Allerdings wird bei der Betrachtung der Auswirkungen des Technologieeinsatzes die Perspektive der Spieler oft vernachlässigt. Diese Arbeit analysiert die Auswirkungen des Einsatzes digitaler Überwachungstechnologien auf Athleten im Profifußball. Konkret wurden Leistung, Emotion, Motivation und Stress der Spieler sowie Datenethik untersucht. Das Datenmaterial bilden 176 in den letzten beiden Jahrzehnten auf Fußballplattformen veröffentlichte Artikel, unter anderem Berichte von Fußballmagazinen und Sportzeitschriften, die inhaltsanalytisch untersucht wurden. In diesen Artikeln wurden insgesamt 285 Textpassagen identifiziert, die sich auf die fünf genannten Faktoren beziehen. Die Ergebnisse zeigen, dass 91 % der 82 kodierten Aussagen zu Leistung einen positiven Einfluss des Einsatzes von Digitaltechnologien nahelegen, jedoch auch 47 % der 60 kodierten Aussagen zu Emotionen über negative Gefühle berichten. Hinsichtlich der Motivation zeigt sich, dass 75 % der 71 dazu kodierten Aussagen auf eine eingeschränkte Selbstbestimmung und damit einhergehend auf eine wahrgenommene Autonomieeinschränkung hinweisen. Die Datenlage zum Stress ist äußerst begrenzt (insgesamt nur fünf kodierte Aussagen), jedoch legen die wenigen vorhandenen Aussagen nahe, dass die von den Athleten wahrgenommene Überwachung und der Leistungsdruck bedeutsame Stressoren sein können. Es wurden außerdem zahlreiche Aussagen zur Datenethik identifiziert (insgesamt 67), die insbesondere in Bezug auf den Schutz der Privatsphäre und die Rechte der Athleten ein problematisches Bild zeichnen (64 %). In einer Gesamtschau verdeutlichen die hier berichteten Befunde das erhebliche Potenzial von Digitaltechnologien zur Verbesserung der Spielerleistung, verweisen jedoch zugleich auf die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit möglichen negativen psychologischen Konsequenzen sowie ethischen und datenschutzrechtlichen Fragestellungen.

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