Wissenschaftlerin mit Pipette in einem hellen biomedizinischen Labor

Projekt

KI-Dokumentation in der Psychotherapie

Zusammenfassung Hintergrund Klinische Dokumentation verursacht in der ambulanten Psychotherapie erheblichen administrativen Aufwand und trägt zur Belastung von Behandler:innen bei. Aktuell etabliert sich zunehmend KI-basierte Dokumentationssoftware (sog. „Ambient AI Scribes“) in den Gesundheitsberufen, so auch in der…

Zusammenfassung Hintergrund Klinische Dokumentation verursacht in der ambulanten Psychotherapie erheblichen administrativen Aufwand und trägt zur Belastung von Behandler:innen bei. Aktuell etabliert sich zunehmend KI-basierte Dokumentationssoftware (sog. „Ambient AI Scribes“) in den Gesundheitsberufen, so auch in der Psychotherapie. Dies verspricht Entlastung, wirft jedoch Fragen zur Dokumentationsqualität, Datensicherheit und Verantwortlichkeit auf. Ziel der Arbeit Es werden die Einstellungen, Nutzungserfahrungen und wahrgenommene Auswirkungen KI-gestützter Dokumentationssoftware aus Sicht von Psychotherapeut:innen untersucht. Methoden und Material Es wurden qualitative halbstrukturierte Interviews mit elf ambulanten Psychotherapeut:innen (Alter 33–65 Jahre; 54,5 % weiblich) mit praktischer Nutzungserfahrung durchgeführt und mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Zusätzlich wurden soziodemographische und nutzungsbezogene Merkmale erhoben. Die Datensättigung war nach 11 Teilnehmenden erreicht. Ergebnisse Teilnehmende berichten von hoher Zufriedenheit, deutlicher Zeitersparnis, und einer spürbaren Reduktion emotionaler und kognitiver Belastung mit erhöhter Präsenz in psychotherapeutischen Sitzungen. Gleichzeitig werden Qualitätsmängel, selektive Patient:innenakzeptanz, technische Hürden sowie Bedarf an Systemintegration, Einbezug von Diagnostik und individualisierbaren Vorlagen genannt. Diskussion KI-gestützte Dokumentation wird als nützliche Assistenz wahrgenommen mit Potenzial zur Senkung administrativer Last. Sichere Implementierung erfordert verbindliche fachliche Durchsicht, Fehlerklassifikationen sowie robuste Datenschutzregelungen und nachhaltige Systemintegration. Folgestudien sollten Effekte auf Burnout, therapeutische Beziehung und Versorgungsqualität prüfen und einen standardisierten Evaluationsrahmen etablieren.

Themengebiete

Hochschulen