Wissenschaftlerin mit Pipette in einem hellen biomedizinischen Labor

Projekt

Eingang in die selbstverschuldete Unmündigkeit? KI-gestützte Entscheidungen und die Gefahr des moralischen Deskilling in der Medizinethik

Zusammenfassung Der Einsatz digitaler Methoden erweitert zunehmend das methodische Spektrum medizinethischer Arbeit. Zu nennen ist hierbei insbesondere künstliche Intelligenz (KI), die einerseits im Zug einer empirisch arbeitenden Medizinethik die Analyse großer Datensätze erleichtert, andererseits aber auch neue Lehr…

Zusammenfassung Der Einsatz digitaler Methoden erweitert zunehmend das methodische Spektrum medizinethischer Arbeit. Zu nennen ist hierbei insbesondere künstliche Intelligenz (KI), die einerseits im Zug einer empirisch arbeitenden Medizinethik die Analyse großer Datensätze erleichtert, andererseits aber auch neue Lehrmethoden sowie zusätzliche Informationen und Handlungsempfehlungen für normativ herausfordernde klinische Situationen verspricht. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung geht der vorliegende Beitrag der Frage nach, inwiefern sich das Problem des Fähigkeitsverlustes, des Deskilling , durch den zunehmenden Einsatz KI-gestützter Systeme auch im Bereich der Medizinethik stellt. Um mögliche Herausforderungen trennscharf benennen zu können, wird hierfür zunächst die aktuelle Nutzung digitaler Methoden in der Medizinethik systematisiert und anschließend, aufbauend auf Shannon Vallors Arbeit zu moralischem Deskilling , auf mögliche Konsequenzen hin untersucht. Hierbei wird argumentiert, dass insbesondere die schleichende Verlagerung genuin normativer Entscheidungen hin zu KI-gestützten Systemen moralische Kompetenzen gefährden kann, und zwar auch, wenn diese Verlagerung nicht intendiert ist. Gleichzeitig zeigt der Beitrag jedoch auch Strategien auf, wie KI in der Medizinethik positiv gestaltet werden kann, zur Stärkung moralischer Urteilskraft in der Medizin auf Grundlage menschlicher Autonomie.

Themengebiete

Hochschulen