Wissenschaftlerin mit Pipette in einem hellen biomedizinischen Labor

Projekt

Einfluss des Tranexamsäure - Regimes auf den perioperativen Blutverlust im Rahmen der Implantation einer primären Knietotalendoprothese

Die Gabe von Tranexamsäure (TXA) ist eine etablierte Methode zur Reduktion des perioperativen Blutverlustes bei Implantation einer Knietotalendoprothese. Unterschiedliche Applikationswege, Dosierungen und Applikationsintervalle finden klinische Anwendung. Unklar ist, welches Applikationsregime den größten klinischen N…

Die Gabe von Tranexamsäure (TXA) ist eine etablierte Methode zur Reduktion des perioperativen Blutverlustes bei Implantation einer Knietotalendoprothese. Unterschiedliche Applikationswege, Dosierungen und Applikationsintervalle finden klinische Anwendung. Unklar ist, welches Applikationsregime den größten klinischen Nutzen hinsichtlich Blutverlust und frühem funktionellen Ergebnis bietet. Ausgewertet wurden Daten von 1250 Patienten, die zwischen Januar 2019 und Juni 2021 in der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg eine primäre bikondyläre Knietotalendoprothese unter Anwendung von TXA erhielten. Identifiziert wurden fünf Regime mit intravenöser, lokaler oder kombinierter Applikation sowie variierender Dosierung und Applikationsanzahl. Die niedrigsten Blutverluste traten bei zweimaliger intravenöser TXA-Applikation mit oder ohne zusätzliche lokale Gabe auf. Die Anzahl der TXA-Applikationen erwies sich als signifikanter Prädiktor für den Blutverlust, während eine Erhöhung der Gesamtdosis über Standarddosierungen hinaus nur begrenzten Zusatznutzen zeigte. Mehrfachapplikationen waren mit niedrigen Transfusions- und Komplikationsraten assoziiert, ohne erhöhtes Risiko thromboembolischer Komplikationen. Regime mit höheren intravenösen Dosierungen waren mit geringerer Schmerzintensität und besserer Mobilität assoziiert, während überwiegend lokale Regime mit höheren Schmerzintensitäten und verzögerter Rekonvaleszenz assoziiert waren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass multiple TXA-Applikationen mit geringerem perioperativen Blutverlust assoziiert sein könnten als eine Einmalgabe oder eine Erhöhung der Gesamtdosis. Dabei zeigten sich niedrige Komplikationsraten ohne Hinweis auf ein erhöhtes Risiko thromboembolischer Ereignisse. Zudem bestehen Hinweise auf potenziell nachteilige Effekte der lokalen TXA-Anwendung auf das frühe funktionelle Ergebnis. Zukünftige Studien sollten diese Effekte sowie individualisierte TXA-Therapiestrategien untersuchen.

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