Projekt
Digital Well-Being Systems Engineering: Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Konzepten und Systemen für digitales Wohlbefinden
Gesundheit und Wohlbefinden gelten als zentrale Voraussetzungen für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. Mit fortschreitender Digitalisierung wird menschliches Wohlbefinden zunehmend durch technologische Umgebungen geprägt. Technologie eröffnet dabei erhebliche ökonomische und gesellschaftliche Chancen, erz…
Gesundheit und Wohlbefinden gelten als zentrale Voraussetzungen für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung. Mit fortschreitender Digitalisierung wird menschliches Wohlbefinden zunehmend durch technologische Umgebungen geprägt. Technologie eröffnet dabei erhebliche ökonomische und gesellschaftliche Chancen, erzeugt jedoch zugleich Dynamiken, die das individuelle und kollektive Leben tiefgreifend beeinflussen, und wird dabei zunehmend als Verstärker von Stress, sozialen Ungleichheiten und psychosozialen Belastungen wahrgenommen. Obwohl digitales Wohlbefinden in Forschung, Praxis und Regulierung an Bedeutung gewinnt und eine humanzentrierte Gestaltung digitaler Technologien vielfach gefordert wird, fehlt bislang eine Gestaltungsgrundlage, die eine systematische Operationalisierung von digitalem Wohlbefinden ermöglicht. Diese Dissertation verfolgt daher aufeinander aufbauende Ziele: die Analyse regulatorischer Rahmenbedingungen als integralen Bestandteil der Gestaltung von digitalem Wohlbefinden, die Strukturierung des Forschungsfeldes sowie die Entwicklung einer tragfähigen Gestaltungsgrundlage, um darauf aufbauend Konzepte und Systeme systematisch zu entwickeln, implementieren und evaluieren. Methodisch wird ein gestaltungsorientierter Forschungsansatz verfolgt, der theoretische Fundierung mit konkreter Systementwicklung verbindet. Auf Basis europäischer Rahmenbedingungen werden zunächst Charakteristika digitalen Wohlbefindens identifiziert und daraus Anforderungen für die Anwendungskontexte Gesellschaft, Bildung und Arbeit abgeleitet. Entwickelt und evaluiert werden unter anderem Designprinzipien für einen Chatbot zur Reduktion von Stereotypenbedrohungen in Online-Informatikkursen, ein KI-basierter therapeutischer Assistent zur Förderung von Wohlbefinden sowie ein Trainingskonzept zum Umgang mit KI-bezogenen Stressoren in Organisationen. Die Arbeit integriert dabei Perspektiven aus Psychologie, Sozialwissenschaft und Mensch-Computer-Interaktion in die Wirtschaftsinformatik als integrative Wissenschaftsdisziplin. Die Dissertation verbindet Regulierung, Theorie, Analyse und praktische Gestaltung und leistet damit einen Beitrag zur theoretischen Strukturierung des Forschungsfeldes. Zugleich stellt sie praxisnahe Konzepte, Prototypen und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von digitalem Wohlbefinden bereit und liefert einen Ausgangspunkt für ein humanzentriertes Systems Engineering.
Themengebiete
- Gesundheit Gesundheit – Überblick über Forschungsprojekte, Patente und Akteure im TechnologieAtlas.
- Klima und Umwelt Klima und Umwelt – Überblick über Forschungsprojekte, Patente und Akteure im TechnologieAtlas.
- Bildung Bildung – Überblick über Forschungsprojekte, Patente und Akteure im TechnologieAtlas.