Menschen diskutieren gemeinsam an einem Tisch

Projekt

„Die assoziierende Macht der Intelligenz“

Zusammenfassung Dieser Aufsatz bringt die historische Entwicklung moderner Intelligenzdiskurse in Verbindung mit der „Soziologisierung“ der Theorien sozialer und politischer Organisation. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei drei deutschsprachige Diskurse über „Intelligenz“, die aus unterschiedlichen historischen…

Zusammenfassung Dieser Aufsatz bringt die historische Entwicklung moderner Intelligenzdiskurse in Verbindung mit der „Soziologisierung“ der Theorien sozialer und politischer Organisation. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei drei deutschsprachige Diskurse über „Intelligenz“, die aus unterschiedlichen historischen Zusammenhängen stammen und die Entstehung sehr unterschiedlicher politischer Institutionen rechtfertigten: Die frühneuzeitliche Vorstellung von „Intelligenz“ als einem Netzwerk wirtschaftsrelevanter Informationen; die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts diskutierten Theorien der Intelligenz als einer zentralen Machtstruktur eines Staates; und die um 1900 etablierte Auffassung von Intelligenz als sozialer Gruppe. Auf diesen Beispielen basierend wird ein neuer Ansatz zur Analyse diverser Intelligenzdiskurse entwickelt, der die Kohärenz der historiografisch etablierten Vorstellungen von „Intelligenz“ radikal hinterfragt und sich bei der Untersuchung konkreter Anwendungsbeispiele den Fragen widmet, wie „Intelligenz“ unterschiedliche wissenschaftliche Theorien plausibilisiert, welche imaginierten politischen oder sozialen Strukturen die entsprechenden Intelligenzdiskurse beglaubigen und welchen sozialen Entitäten damit eine Agency zugesprochen wird. Auf diese Weise bietet der Aufsatz ein Forschungsprogramm, das jenseits der untersuchten Diskurse angewandt werden kann.

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