Moderner Kernspintomograf in einer hellen Klinik

Projekt

Beeinflusst das Aufnahmevolumen der dentalen Volumentomografie die Genauigkeitder virtuellen Implantatplanung?

Die dentale Implantologie hat durch digitale Bildgebung und computerunterstützte Planung erhebliche Fortschritte erzielt. Die digitale Volumentomografie ermöglicht eine präzise dreidimensionale Darstellung der anatomischen Verhältnisse und unterstützt die virtuelle Implantatplanung. Zwischen diagnostischer Aussagekraf…

Die dentale Implantologie hat durch digitale Bildgebung und computerunterstützte Planung erhebliche Fortschritte erzielt. Die digitale Volumentomografie ermöglicht eine präzise dreidimensionale Darstellung der anatomischen Verhältnisse und unterstützt die virtuelle Implantatplanung. Zwischen diagnostischer Aussagekraft und Strahlenschutz besteht jedoch ein Spannungsfeld: Größere Aufnahmevolumina liefern mehr Informationen, gehen aber mit höherer Strahlenexposition einher. Unzureichend untersucht war bisher, wie sich unterschiedliche Aufnahmevolumina auf die Genauigkeit der Überlagerung von DVT-Daten mit intraoralen Scans auswirken. Ziel dieser Arbeit war es, die Auswirkungen variabler FoV-Größen auf die Richtigkeit und Präzision der Implantatplanung zu prüfen. Untersucht wurde, ob eine Reduktion des Aufnahmefeldes die Genauigkeit des Überlagerungsprozesses beeinflusst und so strahlenschonendere Alternativen eröffnet. Hierfür wurden retrospektiv DVT- Datensätze und intraorale Scans von 15 Patienten ausgewertet. In einer Implantatplanungssoftware wurden die vollständigen Datensätze zunächst überlagert und anschließend sukzessive auf kleinere Aufnahmevolumina reduziert. Ein virtuell gesetztes Implantat diente als Referenzmarker. Die Genauigkeit wurde anhand der ISO-Definitionen von Richtigkeit und Präzision bestimmt, die Auswertung erfolgte mit gemischten linearen Modellen. Die Ergebnisse zeigten, dass auch mit reduzierten Aufnahmefeldern eine exakte Überlagerung möglich ist. Abweichungen nahmen bei kleineren FoVs leicht zu, blieben jedoch im klinisch akzeptablen Bereich (≤0,25 mm). Unterschiede zwischen erfahrenen und unerfahrenen Anwendern waren nicht signifikant. Einschränkungen ergaben sich insbesondere bei strahlendichten Strukturen wie metallischen Restaurationen, die Artefakte erzeugen und die Genauigkeit mindern. Die Studie belegt, dass eine indikationsbezogene Reduktion des Aufnahmefeldes eine praktikable und strahlensparende Alternative darstellt, ohne die Präzision der Implantatplanung wesentlich zu beeinträchtigen. Damit leistet sie einen Beitrag zur Umsetzung der Strahlenschutzprinzipien ALARA und ALADA. Für zukünftige Arbeiten wird eine Ausweitung der Fallzahl, Anwendergruppen und Indikationen empfohlen, um klare Richtlinien für den Einsatz verschiedener FoV- Größen zu etablieren.