Projekt
3 Die technische Anreicherung des Körpers und ihre theoretischen Rahmen
Die technische Anreicherung des Körpers und ihre theoretischen RahmenMenschen verändern sich fortlaufend: als Spezies im Rahmen der Evolution ebenso wie als Individuen im Verlauf ihres Lebens.Viele dieser Veränderungen geschehen beiläufig, ohne dass sie intentional angestoßen worden wären, und oft, ohne dass sie unmit…
Die technische Anreicherung des Körpers und ihre theoretischen RahmenMenschen verändern sich fortlaufend: als Spezies im Rahmen der Evolution ebenso wie als Individuen im Verlauf ihres Lebens.Viele dieser Veränderungen geschehen beiläufig, ohne dass sie intentional angestoßen worden wären, und oft, ohne dass sie unmittelbar auffallen (Boll & Müller, 2020).Daneben stehen Versuche des Menschen, sich selbst gezielt zu verändern.Dieses Streben nach aktiver Selbstgestaltung gilt -so die verbreitete Annahme -als ebenso alt wie die Menschheit selbst.Es ist damit zugleich ein historisches Phänomen wie auch ein gegenwärtiger Trend (Bostrom, 2005a; Küenzlen, 1994 Küenzlen, , 2018;; Loh, 2018; Röcke, 2021).Als Begründung dafür, dass das Streben nach Veränderung zum Wesen des Menschen gehört, wird häufig auf die Undefiniertheit und Weltoffenheit des Menschen verwiesen (Gehlen, 1940; Irrgang, 2005; Küenzlen, 1994 Küenzlen, , 2018)).»Der Mensch ist das Wesen, das sich selbst eine Frage ist«, und hat damit die Freiheit, sich mit Fragen nach einem »Anders-und Neu-Sein« (Küenzlen, 2018, S. 13) auseinanderzusetzen.Zur Selbstgestaltung hat der Mensch im Laufe der Geschichte vielfältige Formen der Bearbeitung entwickelt.Ihnen ist gemeinsam, dass sie auf eine positive Veränderung abzielen -offenlassend, von wem und nach welchen Maßstäben entschieden wird, was jeweils als positiv gilt.Die angestrebten Veränderungen betreffen die Physis, die Kognition, die Emotionen, die moralische Haltung und das Sozialverhalten sowie die Lebensdauer eines Menschen (Bostrom, 2005a; Fenner, 2019; Loh, 2018; Röcke, 2021; Savulescu et al., 2011).Zur Physis zählen Gesundheit und Fitness, körperliche Fähigkeiten und Funktionen wie Bewegungsabläufe oder sensorische Wahrnehmung sowie das äußere Erscheinungsbild.Kognitive Bearbeitungen zielen auf Aspekte wie Intelligenz, Gedächtnisleistung oder Konzentrationsfähigkeit. Emotionale Modifikationen betreffen entweder die Intensität emotionalen Erlebens oder das gezielte Hervorrufen bestimmter -meist als positiv bewerteter -Gefühle.Die Arbeit an moralischer Haltung und Sozialverhalten umfasst das Vermitteln von Werten und Normen ebenso wie das Fördern erwünschter Eigenschaften wie Empathie oder Altruismus und das Unterdrücken unerwünschter Merkmale wie aggressivem Verhalten.Eingriffe in die Lebensdauer zielen auf deren Verlängerung.Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Bestrebungen, den Menschen zu bearbeiten, lässt
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